Reichelsheim, Burg Reichenberg

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Bezeichnung, Eigentümer, Kreis

Privatbesitz. Verein „Offensive Junger Christen (OJC)“. Odenwaldkreis.

Bauherr, Grunddaten, Zustand

Ausbau 1554/1557 durch das Allianzwappen Graf Georg II. (zu Michelstadt,. Fürstenau, Reichenberg und Tannenberg) und Pfalzgräfin Elisabeth datiert.

Geschichte

Die Burg wurde um 1230 durch die Herren von Erbach angelegt und blieb bis in die Neuzeit in deren Besitz, als Amtssitz genutzt.

Baugeschichtliche Bedeutung

Die Kernburg des 13. Jh. ist eine ringförmige Anlage auf einem Bergrücken oberhalb von Reichelsheim. Die Ringmauer des 13. Jh. ist als Außenmauer des Wohnbaues noch erhalten, der nördliche Teil des Wohnbaues stammt im Kern gleichfalls noch aus dem 13. Jh. Dieser Ringmauer wurde im 15. Jh. eine Zwingermauer vorgelagert. Aus der Vorburg führt eine Rampe ursprünglich mit einer Zugbrücke und Fallgatter zu einem Spitzbogentor durch diese Zwingermauer, 15. Jh. Dem 16. Jh. gehört ein Wohnbau auf sichelförmigem Grundriss an, der mit seiner halbkreisförmig geschwungenen Außenwand die Südflanke der Kernburg einnimmt. Der zweigeschossige Wohnbau aus verputztem Bruchstein ist an die Schildmauer angelehnt. Sein nördlicher Teil wurde um 1554 (Jahreszahl an einem Fenster) erneuert und nach Süden verlängert, an der Stelle dieses südlichen Teils stand ursprünglich wohl ein Bergfried. Gekuppelte Zwillingsfenster, mit Falz und Kehle profiliert. Bei Abbruch des Bergfrieds wurde ein neuer Bau südlich an die Außenseite der Ringmauer gestellt, erhalten hat sich sein Tor mit Wandschränken in der tiefen Torlaibung. Die Zwingermauer dazu teilweise nach außen verschoben und 1741 (Westtor) nochmals erneuert. Um 1555 entstand auch der ehemaligen Küchenbaues an der nördlichen Seite der Halbkreisanlage, teilweise über einer Filterzisterne stehend. Die Herdbögen haben sich in der Ruine noch erhalten. Ein Brunnen im Hof ist 1562 datiert, der Bekrönungstein mit dem Allianzwappen Erbach/Pfalz von 1557 stammt von anderer Stelle im Schloss..

Würdigung

Burg Reichenberg ist ein Beispiel für die Anpassung einer Höhenburg des endenden Hochmittelalters zum Renaissanceschloss unter Nutzung der mittelalterlichen Außenmauern und der Grundstruktur der Burg, jedoch weitgehender Modernisierung der Bausubstanz.

Literatur, Quellen

Sante, Handbuch, 1976, S. 372

Dehio, Hessen, 1982, S.733

Steinmetz, Reichenberg, 1983

Müller, Schlösser, 1990, S. 292 f.