Borken-Dillich, Schloss

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Infobox
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Entstehungszeit: 14. Jh.
Baumaßnahme: ab 1575 Erneuerung,
1905-06 Umbau
Bauherr: Herren von Dalwigk
Eigentümer: Privatbesitz
Ort: Borken, Dillich
Kreis: Schwalm-Eder-Kreis
Markierung
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Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung, Eigentümer, Kreis

Privatbesitz. Schwalm-Eder-Kreis.

Bauherr, Grunddaten, Zustand

Herren von Dalwigk, 1575 (i), Umbau 1905-06 durch Architekt August Dauber (Marburg).

Geschichte

1335 wird der zuvor dem Mainzer Stift St. Stephan gehörende Ort den Landgrafen als Lehen übergeben, diese belehnten ihrerseits die Herren von Dalwigk. Vogteirechte hatten die Grafen von Waldeck inne.

Baugeschichtliche Bedeutung

Dreigeschossiger rechteckiger Bruchsteinbau mit Eckquaderungen. Polygonaler Treppenturm auf der Ostseite sowie seitlicher Vorbau und eingeschossige Halle vor der Westseite. Der Vorbau neben dem Risalit schließt mit einem Balkon vor dem Dachgeschoss an, unter der Brüstung befindet sich eine Inschrift: ERNEVERT 1905 DURCH ARCHITEKT AVGVST DAVBER. Diese durchgreifende Erneuerung betrifft sowohl das Äußere, als auch das Innere des Schlossbaues. Zum Ursprungsbau gehören vermutlich das durch Treppenturm und Risalit erweiterte Rechteck, nicht aber der Treppenvorbau am Risalit und auch nicht die Halle vor dem Erdgeschoss. Treppenturm-Aufsatz und Giebel stammen ebenfalls von 1905/06. Die Fenster wurden 1906 teilweise erneuert, aber an die vorhandenen Renaissancefenster angelehnt.

Eingang in den Treppenturm rundbogig mit Karnies und Fase profiliert, Steinmetzzeichen im Portalscheitel. Fenster mit schrägem Gewände entsprechend dem Treppenverlauf. Linksläufige Wendeltreppe. Links vom Treppenturm Vierfenster-Gruppen in allen Geschossen, im Erdgeschoss mit Falz und Kehle profiliert, Steinmetzzeichen wie am Portal. Darüber barocker Wappenstein (Dalwigk) mit zwei Löwen als Wappenhalter. Rechts vom Treppenturm neuer Eingang, 1906, mit kleiner Vorhalle, daneben rundbogiges Kellerportal mit Inschriftrest und Jahreszahl „ANNO 1575”. Die Jahreszahl befindet sich auf einem Stein am rechten Gewände, der ursprünglich offenbar als Sturz gedient hat. Rechts folgen im Erdgeschoss zwei Gruppen gekuppelter fast quadratischer Zwillingsfenster, am Sturz mit Inschriften, die durch Eisengitter teilweise verdeckt sind (links: ALLEIN GOT DIE ECHR JOHAN VON .. -ZV GOT IST MEIN ZVFLVCHT ..; rechts: Doppelwappen Dalwigk / Schwertzell und Inschriftrest). Im 1. Obergeschoss befindet sich über dem Eingang von 1906 eine dreiteilige Fenstergruppe, Fenster mit Falz und Kehle profiliert, über dem rechten Fenster ein weiteres Doppelwappen, Steinmetzzeichen an den Gewänden wie am Portal. Am Südgiebel Erker von 1906, Fenstergewände zum Teil 16. Jh. Nordgiebel aus zwei Fensterachsen, ungegliedert.

Literatur, Quellen

Ortslexikon, 1926, S. 90

Herrmann, Dillich, 1997 (darin u. a.: Skizzenblatt von August Dauber als Vorbild für den Renaissancegiebel sowie Umbauentwürfe von August Dauber, 1905)