Eppstein, Burgruine

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Infobox
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Entstehungszeit: 1122 Erstnennung
Baumaßnahme: 1616-18 Errichtung eines Treppenhauses am Bergfried,
1616 Portal am Küchenbau,
um 1600 Erneuerungen im Mainzer Anteil
Bauherr: Landgraf Moritz von Hessen-Kassel
Eigentümer: Stadt Eppstein, Museum
Ort: Eppstein
Kreis: Main-Taunus-Kreis
Markierung
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Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung, Eigentümer, Kreis

Stadt. Museum. Main-Taunus-Kreis.

Bauherr, Grunddaten, Zustand

1616-18 Errichtung eines Treppenhauses am Bergfried, Bauherr Landgraf Moritz von Hessen-Kassel, 1616 Portal am Küchenbau, also wohl Renovierung des hessischen Anteils der Burg. Um 1600 Erneuerungen im Mainzer Anteil.

Geschichte

Die Burg Eppstein, 1122 erstmals erwähnt, war Reichsbesitz und gelangte in der ersten Hälfte des 12. Jh. an das Bistum Mainz. Seit dem späten 12. Jh. wurde sie von den Grafen von Hainhausen für den Erzbischof verwaltet; das Grafengeschlecht nannte sich fortan von Eppstein. 1433 Teilung der Eppsteiner in zwei Linien, 1492 Verkauf eines Eppstein-Münzenberger Anteils (Westhälfte der Burg) an Hessen. Die Osthälfte der Burg ging 1507 an die Eppstein-Königsteiner, nach deren Aussterben 1535 an die Grafen von Stolberg und 1581 an Kurmainz. Im 18. Jh. wurde die Burg teilweise zur Ruine. Übergang an Nassau 1803. Heute Museum.

Baugeschichtliche Bedeutung

Die Kernburg besteht aus einer westlichen und einer östlichen Gebäudegruppe. Die westliche wird vom mittelalterlichen Wohnbau, dem Bergfried, einem zweiten Wohnbau und einem tiefen Brunnen eingenommen. 1616-18 Errichtung eines Treppenhauses neben dem Bergfried (innen 6,43 x 4,52 Meter) sowie eines neuen Wohnbaues. Podesttreppe, wegen der italienischen Vorbilder als ‚römische Stiege‘ bezeichnet. Nur einige Kragsteine und Stufen sind erhalten geblieben. Gestäbtes Portal am Küchenbau bezeichnet 1616.

Der östliche Teil, eine winkelförmige Baugruppe, ist noch unter Dach. Die im 18. Jh. erneuerten Gebäude des Mainzer Anteils enthalten die Schlosskirche, das Wasch- und Backhaus sowie die Ruinen eines Kelterhauses.

Die Zufahrt überbrückt neben dem Mainzer Anteil den Halsgraben und mündet zwischen den beiden Burghälften in einem Tor zur Kernburg. Die Außenbefestigungen bestehen aus zwei Zwingermauern, die teilweise mit halbrunden Schalentürmen versehen waren und trotz der komplizierten Besitzgeschichte der Burg die umfassende Befestigung des Gesamtbauwerks darstellen.

Literatur, Quellen

Burkhard, Eppstein, 1918

Picard, Eppstein, 1968

Picard, Eppstein, 1973

Picard, Eppstein, 1994 (mit Grundriss)

Knappe, Burgen, 1995, S. 474-476