Frischborn, Schloss Eisenbach

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Infobox
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Entstehungszeit: 13., 14. und 15. Jh.
Baumaßnahme: 16. Jh. Ausbau zum Schloss,
2. Hälfte 16. Jh. Erneuerungen
Bauherr: Riedesel zu Eisenbach
Eigentümer: Privatbesitz Riedesel zu Eisenbach
Ort: Lauterbach, Frischborn
Kreis: Vogelsbergkreis
Markierung
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Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung, Eigentümer, Kreis

Privatbesitz (Riedesel zu Eisenbach). Vogelsbergkreis.

Bauherr, Grunddaten, Zustand

Riedesel zu Eisenbach. Burganlage mit Resten aus dem 13. sowie dem 14. und 15. Jh. Mehrere Erneuerungsphasen in der 2. Hälfte des 16. Jh. Hermann VI. Riedesel zu Eisenbach (1512-60): Vorburg.

Geschichte

Eine Familie von Eisenbach wird 1217 erstmals erwähnt. Nach ihrem Aussterben belehnten die Grafen von Ziegenhain 1429 Hermann Riedesel, seit 1437 Erbmarschall von Hessen, mit der Burg Eisenbach. Bei der Aufteilung der Riedesel in verschiedene Linien blieb Eisenbach gemeinsamer Besitz, zwei der Linien bauten die Burg im 16. Jh. zu einem Schloss aus.

Baugeschichtliche Bedeutung

Die Schlossanlage besteht in ihrer heutigen Erscheinung aus einer vierflügeligen Kernburg, einem westlich (s. Anm. zu den Himmelsrichtungen) vorgelagerten Wirtschaftshof mit Kapelle, Scheune, Wohnbau, Torbau und weiteren Wirtschaftsgebäuden und zwei westlich und nordwestlich vor der Burg liegenden Gutshöfen (Vorwerk). Die Burg nimmt einen Bergsporn im Lautertal ein und fungierte als Talsperre.

Vorwerk. Die ummauerte Hofanlage westlich vor der Burg hat ein rundbogiges Tor mit flachem Dreiecksgiebel, daneben rundbogige Pforte. Torgewände mit rundbogigen Nischen. Wappen seitlich des Bogens (Riedesel/Fürstenstein (?), um 1600). Die Scheune südlich neben dem Tor, mit der Giebelseite auf das Schloss ausgerichtet, 2. Hälfte 16. Jh., steht mit dem Tor nicht im Verbund. Die Scheune nördlich (rechts) neben dem Tor mit einem vermauerten rundbogigen Tor, um 1600. Die nördlich (rechts) anschließende hohe Scheune mit steilem Dach hat eine Eckquaderung mit Steinmetzzeichen und einem Schriftband, die Inschrift war vermutlich aufgemalt. Auch die dem Tor westlich gegenüberliegende Scheune entstand um 1600.

Nördlich hiervon ein weiterer großer ummauerter Hof, in der Mauer rundbogiges Tor und Pforte, das Tor am Sturz datiert 1625. Dahinter eine Scheune (oder Schafstall), Bruchsteinbau mit Eckquadern und Fenstergewänden aus Sandstein. Die Hofmauer ist zum Hang hin durch Strebepfeiler abgestützt. Äußere Vorburg. Die Vorburg wird durch einen dreiviertelrunden Turm gesichert, der noch zu Beginn des 19. Jh. mit einem zweiten Stockwerk und einem Helm überliefert ist. Ihm gegenüber (also südlich) liegt vor der Vorburg ein im Kern der Zeit um 1600 angehörendes Massivgebäude mit Sandsteinquaderkanten, davor wohl etwas jüngere Wirtschaftsgebäude oder Wohngebäude des Gutshofs. Vorburg. Der Torbau ist dreigeschossig mit rundbogiger Tordurchfahrt, auf Höhe des ersten Obergeschosses Maulscharten und dazwischen ein Fenster. Im zweiten Obergeschoss zwei Fenster und daneben ein Schlitzfenster, vielleicht Mitte des 16. Jh. entstanden. Die Eckquaderung im 2. Obergeschoss auf der Außenseite zeigt, dass dieses Geschoss ursprünglich freistand und der südwestlich anschließende Bau (Gutshaus) niedriger war, die nördlich anschließende Mauer dagegen etwas höher, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss sind mit dem anschließenden Mauerwerk verzahnt. Die drei Renaissancefenster im ersten und zweiten Obergeschoss stellen im 1. Obergeschoss einen Umbau und im zweiten Obergeschoss eine Aufstockung dar. Backes (Dehio, Hessen, 1982, S. 280) datiert den gesamten Torbau auf 1557, tatsächlich dürfte sein Untergeschoss auf der Außenseite aber aus dem 15. Jh. stammen, schon Knott wies 1913 (S. 166), wenn auch ungenau, auf ältere Teile hin. Das rundbogige Tor mit Fase wird von einer etwa 1,2 Meter dicken Umfassungsmauer der Vorburg hinterfüttert, Drehflügeltor (Drehpfannen) und Sicherung durch einen Schubriegel in der Mauer (Hier ist auch eine spätromanische Spolie, ein Kapitell, eingemauert). Dahinter ist die spätgotische Tordurchfahrt angesetzt. Das hofseitige Tor ist leicht spitzbogig und war ebenfalls durch zwei Flügel zu schließen. Über ihm sitzt ein Renaissancewappenstein (Hermann Riedesel zu Eisenbach / Margarethe von der Malsburg, von sechs Familienwappen auf seitlichen Pilastern gerahmt. Links Mutter, Großvater und Urgroßvater mütterlicherseits Hermanns: 1. Cronberg, 2. Hopfgarten, 3. Hatzfeld; rechts Vater und die beiden Großväter der Margarethe: 1. Hundelshausen, 2. Schachten, 3. Herda-Brandenburg), der den Bogen leicht beschneidet, darüber in beiden Geschossen Renaissancefenster, datiert 1597. Die Hofseite des Torhauses entstand offenbar um 1560 (Wappenstein), die Fenster der beiden oberen Geschosse wurden jedoch erst 1597 eingefügt, wobei man einige ältere Eckquader abarbeiten musste.

Das Gebäude südlich neben dem Tor (Gutshaus) hat hofseits ein massives mit Sandsteinquadern eingefasstes Untergeschoss, im frühen 19. Jh. stark erneuert, im Kern aber aus dem 16. Jh., jedenfalls nachträglich an das Torgebäude angesetzt. Fachwerk 1. Hälfte 19. Jh., divergierende Streben.

Nördlich (links) steht ein dreigeschossiger Wohnbau. Massivbau mit unsymmetrischem, zum Hof hin höher ansetzenden Satteldach, unregelmäßige Fensteranordnung. Westliche Giebelseite auf den vorderen Wirtschaftshof verweisend, giebelmittig Schornsteinanlage in der Mauer. Ein traufseitiges Zwillingsfenster im 1. Obergeschoss ist mit der Jahreszahl 1559 bezeichnet. Rechts daneben (im 1. Obergeschoss) ein Wappenstein auf volutengerahmtem Sockel und mit Segmentbogenbekrönung, Sockel und Bekrönung mit Inschriften, die einen Einsturz des im Bau begriffenen Gebäudes 1559 und den Wiederaufbau 1561 benennen (vgl. Landau, 1836, S. 360). Das von Hermann Riedesel begonnene Gebäude (Wappenstein mit Doppelwappen des Hermann Riedesel zu Eisenbach, gestorben 1560, und der Margarethe von der Malsburg, gestorben 1565, datiert 1561; das Grabdenkmal des Ehepaars befindet sich in der Kirche von Lauterbach) wurde folglich durch seine Witwe vollendet. Die Hofseite des Bauwerks war ursprünglich ein Stock niedriger, die Baufuge ist durch Unterschiede im Putz erkennbar. Giebelseitig ist der frühere Ortgang im Mauerwerk sichtbar, der obere Schornsteinteil wurde in Backstein aufgesetzt. Unten im Schornsteinbereich etwa auf Höhe des 1. Obergeschosses befindet sich die Vermauerung einer vermutlichen Kaminöffnung für einen Raum gewissermaßen vor der Vorburg, es muss hier also zeitweilig ein Gebäude im Graben der Vorburg gestanden haben. An der östlichen Ecke ist in das Gebäude ein Türmchen von wohl dreigeschossiger Höhe mit einer kleinen Schießscharte einbezogen. Nordöstlich folgt bis zur Kapelle ein weiterer Wirtschaftsbau, weitgehend zweigeschossig, teilweise mit einem niedrigen Zwischengeschoss. Basaltmauerwerk mit einzelnen Sandsteinen, Eckquaderung aus Sandstein. Steinmetzzeichen. Der Bau ist geknickt, der näher zur Kapelle stehende Teil ist in einem Portal 1587 datiert. Die Datierung bestätigt sich durch ein Steinmetzzeichen, dass mit einem Zeichen von 1597 am Torhaus übereinstimmt. Im Obergeschoss sitzt ein Fenster, dessen Sandsteingewände den Knick berücksichtigt.

Zwischen Scheune und Kernburg steht die Schlosskirche, die laut Inschrift 1671-75 unter Verwendung älterer Reste umgebaut wurde. Tatsächlich zeigt das Untergeschoss der Kirche ein mit Portal mit Fase und Steinmetzzeichen sowie gekuppelten Fenstern aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. Die Kernburg besteht aus dem viergeschossigen Ostflügel, der hofseits einen rechteckigen Treppenturm mit schrägen Fenstern hat, einem viergeschossigen Westflügel mit polygonalem Treppenturm, dem hohen polygonalen Torturm rechts neben dem heutigen Tor und einem kleinen Zwickelbau im Hof zwischen den beiden letztgenannten. Dieser überbaut vermutlich einen Kellerhals und hat Renaissancefenster, eines mit einem plastischen Schriftband ohne Aufschrift. Im Süden schließt ein Verbindungsbau den Innenhof. Auf der Außenseite ragt dieser unzutreffend als „Bergfried” bezeichnete fünfeckige Torturm mit einer Spitze in den Graben vor. Das Obergeschoss aus – jedenfalls auf der Außenseite – regelmäßigem Quaderwerk und der hofseitige Giebel gehören dem späten 16. Jh. an. Der Giebel ist zweigeschossig und entspricht den oberen beiden Geschossen des Ostflügels. Karnies-Abschlussgesims auf der Außenseite. Neben der vermauerten Toreinfahrt im Fünfeckturm befindet sich in einer Stabwerkrahmung das Wappen Hermanns (II.) Riedesel und Margaretes von Röhrenfurt (gestorben 1463 beziehungsweise 1464; vgl. Landau 1836, S. 362). Das Tor war als Klappbrücke konstruiert. Der Torturm muss folglich vor 1463 entstanden sein.

Der Torbau mit spitzbogigem spätgotischem Tor und Schlüssellochschießscharten ist gegen den rechts daneben stehenden polygonalen ehemaligen Torturm gesetzt, wie man am Sockelprofil des Torturms und am Profil am Übergang zu seinem aufgesetzten Quadergeschoss sehen kann. Das heutige Tor hatte ursprünglich eine Klappbrücke, die technisch dem Tor des Torturmes entspricht, zeitlich dürften die beiden Tore nur unwesentlich voneinander entfernt sein. Oberhalb des Tores befindet sich ein rechteckiges, gestäbtes Wandfeld, vermutlich für ein Wappen, heute mit einem hölzernen Bärenkopf (er erinnert an eine verloren gegangene Bärentrophäe von 1678, Landau 1836, S. 361). Der querrechteckige Raum hinter dem Tor wurde im 16. Jh. durch eine Zwischenwand mit Rundbogenpforte (Steinmetzzeichen) vom Ostflügel abgeteilt. Dadurch wird das Gewölbe beschnitten und die Schlüssellochschießscharte gerät außer Funktion. Im Innenhof ist die ursprüngliche spitzbogige Toreinfahrt noch erhalten. Renaissancegiebel.

Der Ostflügel ist viergeschossig, unregelmäßige Fensteraufteilung. In der Mitte der Hofseite ist ihm ein rechteckiger Wendeltreppenturm mit linksläufiger Treppe vorgelagert. Im Untergeschoss des Treppenturms rundbogiges Kellertor. Fenster mit schrägem Gewände. Über dem Eingang ein als Spolie wiederverwendeter Grabstein von 1606; Curt Riedesel. Nord- und Südgiebel sind dreigeschossig, durch Gesimse getrennt, Kanten mit Süd- und C-Voluten, mit seitlichen Obelisken. Am unteren Giebelgeschoss sind die seitlichen Quader im 19. Jh. erneuert. Auf der Südgiebelseite sind zwei Aborterker in den beiden Obergeschossen erhalten, auf der Ostseite ein polygonaler Erker der spätgotischen Ausbauphase. Ende des 16. Jh. erhielt der Flügel auf der Nordseite einen zweigeschossigen Vorbau in den Graben hinein. Der Vorbau ist aus Quadern errichtet, die Geschosse werden von Wulstgesimsen abgeschlossen, darüber eingeschossiger verschieferter Fachwerkaufbau (im südlichen Teil zurückliegend). Langseiten mit Giebeln, die 1848 oder im späten 19. Jh. abgebrochen wurden – ursprünglicher Zustand im Skizzenbuch der Wilhelmine Luise Gräfin von Otting und Fünfstetten (Runge 1983). An der Ostseite gibt es die Spur eines aus der Fassade herausragendes Gewölbes, vermutlich der sehr spitz zulaufenden Unterfangung eines fensterbreiten Erkers, auf Höhe des zweiten Obergeschosses ansetzend und den Erker im dritten Obergeschoss bildend. Auf einer Darstellung des 19. Jh. ist der spätgotisch wirkende Erker nicht dargestellt, dafür sieht man auf der Ostfassade drei Renaissancezwerchhäuser. Das Fenster links des Erkersockels mit einfacher Kehle dürfte zeitlich zugehörig sein. Im Erdgeschoss hat der Ostflügel ein spitzbogiges Portal. Die Bausubstanz ist im Kern sicherlich spätgotisch, wohl 15. Jh.

Der Südgiebel des Ostflügels entspricht mit seinen Renaissanceformen dem Westflügel, die unteren Geschosse bis auf das oberste im Kern mittelalterlich, Aborterker aus Platten zusammengesetzt. Hier fehlt heute der Rundbogenfries. Das Außenmauerwerk hat an der Südostecke ebenso wie an der Südwestecke des Westflügels Buckelquader (13. oder 14. Jh.). Auf der Ostseite ist am Ostflügel das Basaltmauerwerk mit Buckelquadereckmauerung bis über das erste Obergeschoss hinaufreichend, dann folgt ein Abschlussgesims nach der Ecke um einen Meter hochspringend. Darüber eine Bruchsteinaufmauerung, in der sich ein polygonales Erkerchen mit Dreipaßfenster befindet (15. Jh.?), ferner in der Aufmauerung und im älteren Mauerwerk Renaissancefenster. Grundsätzlich lassen sich hier also drei Bauphasen unterscheiden.

Der Südflügel entstand erst 1848 nach Plänen von Hugo von Ritgen, die schildmauerartige Außenseite der mittelalterlichen Burg blieb dabei erhalten.

Westflügel. Die Außenmauern des Westflügels sind mittelalterlich (Rundbogenfriese). Das Mauerwerk im unteren Bereich aus großen Quadern vermutlich noch aus dem 13. Jh. Der Westflügel hat außen auf der Nordseite einen groben Rundbogenfries, zum Tor hin absinkend. Der polygonale Torturm wurde nachträglich vor diesen Flügel gesetzt. Im obersten Geschoss der Nordseite befindet sich ein (zur Hälfte vermauertes) segmentbogiges Zwillingsfenster. Auf der Westseite hat dieser Flügel eine Pforte, segmentbogig und aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, mit einer aus vier Steinen bestehenden Jahreszahl 1486, die dem Duktus nach aber aus dem 17. oder 18. Jh. stammt. Die Tür selbst hingegen ist sicherlich ins 16. Jh. zu datieren (aufgedoppelte Brettertür mit vier ‚Füllungen‘ und aufgesetzten Eisennägeln). Der in den Graben gesetzte Vorbau daneben nach Dehio, Hessen, 1982, S. 280, aus dem Jahre 1586. Südostecke mit Buckelquadern, die Westseite mit Rundbogenfries unter der Dachtraufe, die Ostseite mit Rundbogenfries etwa unter dem obersten Geschoss, teilweise sehr unregelmäßig durch Erneuerungen.

Etwa in der Mitte der Hofseite polygonaler Treppenturm; der Hof wurde allerdings durch den Einbau des Südflügels 1848 wesentlich verkleinert, daher steht der Turm jetzt in der Südwest-Hofecke. Am polygonalen Treppenturm sind die Eckquader grob, teilweise diagonal scharriert, am Portal zum Teil senkrecht und sorgfältiger. Der Treppenturm ist eindeutig nachträglich vor den Flügel gebaut. Rechtsläufige Wendeltreppe. Portal rundbogig in rechteckiger Rahmung, Trapezförmiger Aufsatz mit Doppelwappen (Riedesel-Boyneburg, Ende 16. Jh.). Die Fenster des Treppenturmes haben schräge Gewände. Das Gebäude ist heute mit einem barocken Mansarddach versehen. In der nordwestlichen Hofecke Vorbau mit rundbogigem Tor und zwei durchfensterten Geschossen. Das Untergeschoss wird von einem Gesims mit Wulstprofil abgetrennt. Das Zwillingsfenster des Hocherdgeschosses hat eine kleine Schriftbandkartusche, jedoch nicht mit einer erkennbaren Aufschrift. Es soll nach Dehio (Dehio, Hessen, 1982, S. 280) 1586 entstanden sein.

Die Zwingermauer hat an der Ostseite drei Schalentürme im Verlauf der Kernburg, nach Norden folgt eine Mauer über den Burggraben hinweg zur Kapelle, mit einer Pforte aus zweitverwendeten Teilen eines rechteckigen Portals aus dem Jahre 1603. Auf der Ostseite Zwingermauer mit Schlüssellochschießscharten und südöstlichem Rundturm, auf der Ostseite spitzbogige Pforte in rechteckiger Mauernische, das Mauerwerk einbindend, darüber Rokokowappenstein. Die beiden Schießscharten an der nächsten Pforte abgeschrägt, um die Pforte zu sichern. An der Südseite sichern zwei Halbrundtürme den Zwinger, hier gibt es ein breiteres Einfahrtstor, um 1500.

Anmerkung zu den Himmelsrichtungen

Die Himmelsrichtungen sind bei Beschreibungen Eisenbachs ein besonderes Problem. Vielleicht durch den Umstand, dass die Vorburg gegenüber der Ausrichtung der Kernburg um 90° abgeknickt ist, sind viele Bearbeiter mit ihnen durcheinander geraten. Georg Landau hat in seinem Text (1836) in der Hauptburg Nord und Süd vertauscht, ein Faltblatt in Eisenbach selbst hat Norden nach Nordosten verschoben. Vom Messtischblatt ausgehend ist der quadratische Wirtschaftshof – westlich – vor der Burg mit seinem auf die Burg weisenden Hoftor genau nach Osten ausgerichtet. Die Burgkapelle in der Vorburg hat eine Ausrichtung nach Nordosten. Der Torflügel der Kernburg weist nach Nordwest – dies vereinfachen wir zur Nordseite. Die beiden Wohnflügel sind somit der talseitige Ostflügel und der bergseitige Westflügel.

Literatur, Quellen

Landau, Ritterburgen III, 1836, S. 357-404 (zu Eisenbach; mit einer Ansicht und einer Stammtafel)

Landau, Ritterburgen IV, 1839, S. 1-79 (zu Riedesel)

Buttlar-Elberberg, Stammbuch, 1888 (Tafeln zu Riedesel zu Eisenbach, von der Malsburg und Hundelshausen)

Knott, Eisenbach, 1913

Becker/Zschaeck, Riedesel, 1923-1957

Dehio, Hessen, 1982, S. 279 f.

Runge, Album, 1983

Schneider, Eisenbach, o. J. [um 1995]