Falkenberg, Unterburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Burgen & Schlösser
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Bilder eingefügt)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Bild:039_SL_01_FAL_1237_31.jpg|thumb]]
 
{{Infobox Burg
| Abbildung = 039_SL_01_FAL_1237_31.jpg
| Entstehungszeit = Mitte 16. Jh. Kernbau
| Baumaßnahme = 1560 und 1613-16 Erweiterungen
| Bauherr = Familie von Falkenberg, <br> Landgrafen von Hessen
| Eigentümer = Verein Hoffnung für Dich e.V.
| Ort = Wabern, Falkenberg
| Kreis = Schwalm-Eder-Kreis
| X = 201 <!-- WGS84: 9.3982° E -->
| Y = 104 <!-- WGS84: 51.0695° N -->
}}
 
 
<!-- [[Bild:039_SL_01_FAL_1237_31.jpg|thumb]] -->
[[Bild:039_SL_02_FAL_1237_32.jpg|thumb]]
[[Bild:039_SL_02_FAL_1237_32.jpg|thumb]]
[[Bild:039_SL_03_FAL_1237_36.jpg|thumb]]
[[Bild:039_SL_03_FAL_1237_36.jpg|thumb]]


==Bezeichnung, Eigentümer, Kreis==
==Bezeichnung, Eigentümer, Kreis==
Sog. Schloss. Heutige Nutzung durch den Verein „Hoffnung für dich“. Schwalm-Eder-Kreis.  
Sogenanntes Schloss. Heutige Nutzung durch den Verein „Hoffnung für dich“. Schwalm-Eder-Kreis.
==Bauherr, Grunddaten, Zustand==  
 
Kernbau Mitte 16. Jh., Erweiterungen 1560 (Familie von Falkenberg) sowie 1613-16 Landgrafen von Hessen.
==Bauherr, Grunddaten, Zustand==
Kernbau Mitte 16. Jh., Erweiterungen 1560 (Familie von Falkenberg) sowie 1613-16 Landgrafen von Hessen.
 
==Geschichte==
==Geschichte==
Die Oberburg wurde im 13. Jh. von den Herren von Hebel gegründet, die um 1500 auch die Unterburg bauten. 1613 wurden die Landgrafen von Hessen Eigentümer. 1932 wurde die zuvor hessische Unterburg an die Familie Henschel verkauft, die bis 1961 Eigentümer blieb.
Die Oberburg wurde im 13. Jh. von den Herren von Hebel gegründet, die um 1500 auch die Unterburg bauten. 1613 wurden die Landgrafen von Hessen Eigentümer. 1932 wurde die zuvor hessische Unterburg an die Familie Henschel verkauft, die bis 1961 Eigentümer blieb.
 
==Baugeschichtliche Bedeutung==
==Baugeschichtliche Bedeutung==
Unregelmäßiger dreigeschossiger Bau, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk. Das Gebäude wurde mehrfach erweitert.
Unregelmäßiger dreigeschossiger Bau, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk. Das Gebäude wurde mehrfach erweitert.
 
Der Kern der Fachwerkanlage schält sich auf der Nordseite deutlicher heraus, wo das Fachwerk z. T. in das Erdgeschoss hinunterreicht. Hier gibt es gebogene Streben und Viertelkreisfüllhölzer unter dem Vorsprung des 2. Obergeschosses, also Bauelemente der Mitte des 16. Jh. Dieses Bauwerk stand zunächst frei und hatte nach Norden zu sicher einen Giebel sowie die Traufe zum Vorhof. Vor dieses Fachwerkhaus wurde der frei stehende Turm gestellt, falls er in seinen unteren Geschossen nicht sogar älter ist.
 
Östliche Erweiterung durch ein langes, mit dem Giebel nach Osten weisendes Fachwerkhaus, gleichfalls mit Viertelkreisfüllhölzern, das Fachwerk ist stark erneuert. Westliche Erweiterung bis zur Front des Turmes mit erneuertem Fachwerk (Streben mit Kopfknaggen), vor dem Erdgeschoss massiver – vermutlich älterer, zum Kernbau gehörender - Vorbau mit rundbogigem Kellerportal, Tür mit Eisenbeschlägen. Rechts an einem Eckquader Doppelwappen (Falkenberg / Schwertzell), bezeichnet „ANNO 1560”.
 
Der etwa quadratische Turm läuft nach oben hin konisch zu. Er ist sechsgeschossig und hat einen Fachwerkgalerie-Aufsatz. Über dem 1. Obergeschoss sind die Wappen des Landgrafen Moritz und seiner Gemahlin eingelassen, bezeichnet „MLZH“ beziehungsweise „ILZH”, mit Rollwerkornamentik. Fenster mit Falz und Karnies. Am obersten Turmgeschoss sind die Turmkanten abgeschrägt. Der Turm gehört nach Dehio/Backes der Bauzeit von 1560 an. Die anschließende südliche Erweiterung entstand in den Jahren 1613-16. Diesem südlichen Bauteil ist auf der Westseite zum Vorhof ein kurzer Giebelbau auf Holzsäulen vorgelagert, den Fachwerkformen nach aus dem beginnenden 19. Jh. (divergierende Eckstreben; Dehio, Hessen, 1982, S. 224, datiert ihn schon um 1780). Süd- und Ostseite des Baues sind im späteren 19. Jh. stark verändert worden, hierfür sprechen die in das Fachwerk vertieften Fensterrahmen ebenso wie die Verbindung von divergierenden Streben mit geschnitzten Gebälken (Schiffskehle).


Der Kern der Fachwerkanlage schält sich auf der Nordseite deutlicher heraus, wo das Fachwerk z.T. in das Erdgeschoss hinunterreicht. Hier gibt es gebogene Streben und Viertelkreisfüllhölzer unter dem Vorsprung des 2. Obergeschoss, also Bauelemente der Mitte des 16. Jh. Dieses Bauwerk stand zunächst frei und hatte nach Norden zu sicher einen Giebel sowie die Traufe zum Vorhof. Vor dieses Fachwerkhaus wurde der frei stehende Turm gestellt, falls er in seinen unteren Geschossen nicht sogar älter ist.
Östliche Erweiterung durch ein langes, mit dem Giebel nach Osten weisendes Fachwerkhaus, gleichfalls mit Viertelkreisfüllhölzern, das Fachwerk ist stark erneuert. Westliche Erweiterung bis zur Front des Turmes mit erneuertem Fachwerk (Streben mit Kopfknaggen), vor dem Erdgeschoss massiver – vermutlich älterer, zum Kernbau gehörender - Vorbau mit rundbogigem Kellerportal, Tür mit Eisenbeschlägen. Rechts an einem Eckquader Doppelwappen (Falkenberg / Schwertzell), bez. ”ANNO 1560”.
 
Der etwa quadratischen Turm läuft nach oben hin konisch zu. Er ist sechsgeschossig und hat einen Fachwerkgalerie-Aufsatz. Über dem 1. Obergeschoss sind die Wappen des Landgrafen Moritz und seiner Gemahlin eingelassen, bez. ”MLZH“ bzw. ”ILZH”, mit Rollwerkornamentik. Fenster mit Falz und Karnies. Am obersten Turmgeschoss sind die Turmkanten abgeschrägt. Der Turm gehört nach Dehio/Backes der Bauzeit von 1560 an
Die anschließende südliche Erweiterung entstand in den Jahren 1613-16. Diesem südlichen Bauteil ist auf der West-Seite zum Vorhof ein kurzer Giebelbau auf Holzsäulen vorgelagert, den Fachwerkformen nach aus dem beginnenden 19. Jh. (divergierende Eckstreben; Dehio, Hessen, 1982, S. 224, datiert ihn schon um 1780). Süd- und Ost-Seite das Baues sind im späteren 19. Jh. stark verändert worden, hierfür sprechen die in das Fachwerk vertieften Fensterrahmen ebenso wie die Verbindung von divergierenden Streben mit geschnitzten Gebälken (Schiffskehle).
==Würdigung==
==Würdigung==
Eigenwillig ist der in den Fachwerkkomplex integrierte vermutlich gleich alte Steinturm, der die Bedeutung eines solchen Bauteils für einen kleinen Adelssitz der Renaissance verdeutlicht.  
Eigenwillig ist der in den Fachwerkkomplex integrierte vermutlich gleich alte Steinturm, der die Bedeutung eines solchen Bauteils für einen kleinen Adelssitz der Renaissance verdeutlicht.
==Literatur, Quellen==
 
==Literatur, Quellen==
Hess. Staatsarchiv Marburg, Bestand 17 d und 17 e (Falkenberg)
Hess. Staatsarchiv Marburg, Bestand 17 d und 17 e (Falkenberg)
 
Dehio, Hessen, 1982, S. 224
Dehio, Hessen, 1982, S. 224


Sieburg, Falkenberg, 1987
Sieburg, Falkenberg, 1987

Aktuelle Version vom 4. September 2013, 11:00 Uhr

Infobox
039 SL 01 FAL 1237 31.jpg
Entstehungszeit: Mitte 16. Jh. Kernbau
Baumaßnahme: 1560 und 1613-16 Erweiterungen
Bauherr: Familie von Falkenberg,
Landgrafen von Hessen
Eigentümer: Verein Hoffnung für Dich e.V.
Ort: Wabern, Falkenberg
Kreis: Schwalm-Eder-Kreis
Markierung
Hessenmap.png


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: /bin/bash: /usr/bin/convert: No such file or directory Error code: 127
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: /bin/bash: /usr/bin/convert: No such file or directory Error code: 127

Bezeichnung, Eigentümer, Kreis

Sogenanntes Schloss. Heutige Nutzung durch den Verein „Hoffnung für dich“. Schwalm-Eder-Kreis.

Bauherr, Grunddaten, Zustand

Kernbau Mitte 16. Jh., Erweiterungen 1560 (Familie von Falkenberg) sowie 1613-16 Landgrafen von Hessen.

Geschichte

Die Oberburg wurde im 13. Jh. von den Herren von Hebel gegründet, die um 1500 auch die Unterburg bauten. 1613 wurden die Landgrafen von Hessen Eigentümer. 1932 wurde die zuvor hessische Unterburg an die Familie Henschel verkauft, die bis 1961 Eigentümer blieb.

Baugeschichtliche Bedeutung

Unregelmäßiger dreigeschossiger Bau, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk. Das Gebäude wurde mehrfach erweitert.

Der Kern der Fachwerkanlage schält sich auf der Nordseite deutlicher heraus, wo das Fachwerk z. T. in das Erdgeschoss hinunterreicht. Hier gibt es gebogene Streben und Viertelkreisfüllhölzer unter dem Vorsprung des 2. Obergeschosses, also Bauelemente der Mitte des 16. Jh. Dieses Bauwerk stand zunächst frei und hatte nach Norden zu sicher einen Giebel sowie die Traufe zum Vorhof. Vor dieses Fachwerkhaus wurde der frei stehende Turm gestellt, falls er in seinen unteren Geschossen nicht sogar älter ist.

Östliche Erweiterung durch ein langes, mit dem Giebel nach Osten weisendes Fachwerkhaus, gleichfalls mit Viertelkreisfüllhölzern, das Fachwerk ist stark erneuert. Westliche Erweiterung bis zur Front des Turmes mit erneuertem Fachwerk (Streben mit Kopfknaggen), vor dem Erdgeschoss massiver – vermutlich älterer, zum Kernbau gehörender - Vorbau mit rundbogigem Kellerportal, Tür mit Eisenbeschlägen. Rechts an einem Eckquader Doppelwappen (Falkenberg / Schwertzell), bezeichnet „ANNO 1560”.

Der etwa quadratische Turm läuft nach oben hin konisch zu. Er ist sechsgeschossig und hat einen Fachwerkgalerie-Aufsatz. Über dem 1. Obergeschoss sind die Wappen des Landgrafen Moritz und seiner Gemahlin eingelassen, bezeichnet „MLZH“ beziehungsweise „ILZH”, mit Rollwerkornamentik. Fenster mit Falz und Karnies. Am obersten Turmgeschoss sind die Turmkanten abgeschrägt. Der Turm gehört nach Dehio/Backes der Bauzeit von 1560 an. Die anschließende südliche Erweiterung entstand in den Jahren 1613-16. Diesem südlichen Bauteil ist auf der Westseite zum Vorhof ein kurzer Giebelbau auf Holzsäulen vorgelagert, den Fachwerkformen nach aus dem beginnenden 19. Jh. (divergierende Eckstreben; Dehio, Hessen, 1982, S. 224, datiert ihn schon um 1780). Süd- und Ostseite des Baues sind im späteren 19. Jh. stark verändert worden, hierfür sprechen die in das Fachwerk vertieften Fensterrahmen ebenso wie die Verbindung von divergierenden Streben mit geschnitzten Gebälken (Schiffskehle).

Würdigung

Eigenwillig ist der in den Fachwerkkomplex integrierte vermutlich gleich alte Steinturm, der die Bedeutung eines solchen Bauteils für einen kleinen Adelssitz der Renaissance verdeutlicht.

Literatur, Quellen

Hess. Staatsarchiv Marburg, Bestand 17 d und 17 e (Falkenberg)

Dehio, Hessen, 1982, S. 224

Sieburg, Falkenberg, 1987